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Tatze-Testbericht

MTB-Teile, die in Österreich entwickelt wurden, gibt es nicht so viele. Umso gespannter war ich, wie sich die MC FLY von TATZE im Test schlagen würden. "Enduro SPD-Pedale mit Schraubpins und konkurrenzfähigem Gewicht", verspricht die Werbung. Ob sie das hält, ich hab´s herausgefunden ...




Ich bin seit meinen Anfängen als Mountainbiker bekennender SPD Fahrer. Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob ich am XC Bike, am Enduro oder am Downhiller sitze. Es macht auch keinen Unterschied, ob die Sonne die Trails in eine Staubwüste verwandelt oder Regen und Schnee die Erde und darüber verlaufende Wurzeln glatter werden lassen, als „Better call Saul Goodman“. Ich schätze einfach die innige Verbundenheit zum Bike und löse diese im Fall der Fälle sicher ebenso schnell, wie Flatpedalisten es tun.

Worauf ich allerdings umso mehr Wert lege, ist ein für mich optimales Gefühl, wenn ich im Pedal stehe. Das beginnt beim definierten Einklicken, geht über die Bewegungsfreiheit hin zur Standsicherheit und endet beim Gefühl des Ausklickens.

Ich habe bereits viele verschiedene Systeme getestet: von Look über Crank Brothers bis zum Magped. Alles Systeme mit ihren ganz spezifischen Vor- und Nachteilen. Hängen geblieben bin ich jedoch beim für mich bisher unerreichten SPD System von Shimano. Die Definiertheit beim Ein- und Ausstieg, die Geschmeidigkeit des Mechanismus und die Qualität und Haltbarkeit überzeugen einfach.

Am Downhiller und auch am Enduro bevorzuge ich Pedale, die eine gewisse Standsicherheit im ausgeklickten Zustand bieten, also mit einer zusätzlichen Plattform und Stahlpins ausgestattet sind. Natürlich ist das kein Ersatz für ein Flatpedal. Doch erleichtert es die Fahrt, wenn im Eifer des Gefechts der Einstieg mal doch nicht sofort gelingen will. Seit 2018 bin ich vom Shimano Saint M820 sehr angetan. Die Pins funktionieren gut und die Optik ist ansprechend. Einzig das Gewicht von über 550g drückt die Euphorie etwas. Am Downhiller natürlich kein Problem - am Enduro, wo Gewicht zwar nicht die erste Geige spielt, aber doch nicht ganz irrelevant ist (vor allem dann, wenn man nicht nur geshuttelt wird) ist das knappe viertel Kilogramm Mehrgewicht zumindest in meinem Kopf irgendwie ein Handicap.

Durch Zufall bin ich im Frühjahr 2021 auf die „MC Fly“ Pedale der Tiroler Firma Tatze Bike Components gestoßen. Prinzipiell bin ich zwar immer etwas skeptisch, wenn mit „SPD Kompatibilität“ geworben wird, denn diese alleine hat meistens wenig mit der exzellenten Funktion des Originals zu tun. Da es sich aber um ein Produkt aus Österreich handelt, wollte ich wissen, wie es sich fährt. Die Details sprachen für sich: Große Auflagefläche, vier anpassbare Pins, 5° seitlicher Float und 12° Auslösewinkel. Dazu ein für ein Enduropedal wirklich respektables Gewicht von 354g mit Stahlachse bzw. sogar XC taugliche 305g, wenn man die knapp 100€ Aufpreis in Kauf nehmen möchte. Da letztere Version allerdings ein Gewichtslimit von 90kg hat und mir die 50g dann doch keine 100€ Wert waren, entschied ich mich für die Stahlachse.



Knapp eine Woche später waren sie dann da. Schön verpackt waren sie und machten bereits beim Auspacken einen wertigen Eindruck. Der Blick auf die Waage bestätigte das Werbeversprechen: Die Dinger sind wirklich leicht. Jetzt war ich erst recht auf die Qualitäten der MC Flys am Trail gespannt. Vorweg muss man erwähnen, dass der Einstieg tatsächlich auf gewohntem SPD-Niveau klappt. Knackig, direkt, man weiß sofort ob die Verbindung steht – so muss das sein! Die Bewegungsfreiheit passt zum Einsatzzweck. Der Verstellbereich für die Auslösehärte beginnt etwas knackiger als beim Shimano, geht aber auch für Klickpedal-Einsteiger in Ordnung. Da ich ohnehin höhere Auslösekräfte bevorzuge, ist das für mich jedenfalls kein Nachteil. Der Auslösevorgang selbst klappt dann aber genauso definiert und samtig, wie der Einstieg. Der Grip, den die Pedale in Kombination mit meinen verschiedenen 5.10 Schuhen bieten und zwar auch dann, wenn diese nicht eingeklickt sind, hat mich sofort begeistert. In dieser Disziplin sind die MC Fly dem Saint sogar deutlich überlegen. Auch die Bauhöhe der Tatze Pedale ist schlank genug, um nicht ungewollte Aufsetzer zu provozieren.


Ich fahre die Pedale nun seit Mitte 2021 und bin immer noch restlos angetan. Unauffällig verrichten sie ihren Job, keine Knarz- oder Quietschgeräusche, der Lagerlauf ist nach wie vor super geschmeidig und das nicht zuletzt wohl auf die mehrfach gedichteten Lager zurückzuführen.



Fazit: Die TATZE MC Fly sind echte Allroundtalente. Die Titanversion stellt eine standsichere und gewichtsoptimierte Wahl für die neue Kategorie der „DownCountry“ Bikes dar. Oder aber Biker, die auf die Kashima-ähnliche Farbwahl und die damit einhergehende Exklusivität stehen. Touren-, Allmountain- und Endurobiker hingegen dürften den Grip auch bei schwierigen Bedingungen ebenso schätzen, wie die Haltbarkeit und die auffällig unauffällige Funktion. Und hey, selbst wenn du nicht Marty heißt, die MC Fly passen trotzdem zu dir!

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